Meldung vom 07.10.2026
Das Ergonomische. Ein Designverständnis, das grundlegend von den Voraussetzungen, Fähigkeiten und Bewegungen des menschlichen Körpers geprägt ist, bildet das Leitprinzip der Louis Vuitton Spring-Summer 2027 Collection von Nicolas Ghesquière. Zwischen Objekt, Körper und Handlung besteht eine intuitive Beziehung. Eine Harmonie.
Diese zeitgemäßen Anliegen lassen sich mit dem Erbe von Louis Vuitton verbinden. Beide teilen ein Ideal der Leichtigkeit, eine Essenz der Form, geprägt von folgender Funktion: Bewegung zu erleichtern, zu reisen. So kann eine Idee über Zeiten und Disziplinen hinweg Bestand haben.
Ergonomische Kleidung wird nicht von einer äußeren Silhouette bestimmt, sondern vom Körper darin. Die Kleidungsstücke werden nicht geformt, sie formen sich an den Körper. Nichts ist starr, alles ist fließend, wie eine zweite Haut. Sie sind von Grund auf für die Bewegung konzipiert, mit dem Instinkt als Ursprung. Zugleich spiegeln sie wider, dass der Körper für Fortbewegung geschaffen ist, nicht für Stillstand. Entsprechend besitzen die Pieces eine ihnen innewohnende Wandelbarkeit und eine geradezu unmögliche Leichtigkeit.
Die Struktur bleibt durchgehend erhalten, doch jede Starrheit ist aufgehoben. In Fluidität konstruiert, sind Materialien und Silhouetten auf einen Körper in Bewegung abgestimmt. Statt auf Kurven oder Starrheit zu setzen, sind die Kleidungsstücke wie eine Anatomie gedacht: Sie schmiegen sich an die sich ständig verändernden Konturen und verwandeln sich, während der Körper darin sich verlagert und bewegt.
Eine Erleichterung, ein Gefühl der Vereinfachung, eine physiologische Mühelosigkeit. Pieces, die strukturlos wirken, sind in Wahrheit komplexe Topografien aus unterschiedlichen Oberflächenspannungen, die den Körper darunter widerspiegeln. Stoffe und Leder liegen am Körper an und gleichen einer zweiten Haut, nicht in ihrer Optik, sondern in Empfinden und Funktion.
Alles ist ultraleicht. Die Materialien scheinen der Physik zu trotzen: Double and Triple Composite Chiffons, Carré Silks sowie Scarf Fabrics aus Seide und Kaschmir kommen in einer Vielzahl von Kleidungsstücken zum Einsatz. Klassisches Tailoring wird neu konstruiert, innere Lagen werden in einem Prozess der Reduktion und Verschlankung entfernt. Knitwear zeichnet Konturen nach, während die Footwear diese sonst schwerelosen Formen zu erden scheint.
Eine Szenografie als Widerspruch, als Bruch. Eine Stadtlandschaft, belebt von einzelnen Figuren, die sich wie eine Feder oder ein Ballon fremd durch eine statische, wie angehaltene Kulisse bewegen. Die umgebende Trägheit verstärkt die Wirkung eines bewegten Individuums, eines dynamischen menschlichen Körpers, voller Leben.
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