Meldung vom 23.04.2026

WILHELM SASNAL – GREY EYES

24. April bis 12. September im Espace Louis Vuitton München

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Zur Feier des 20-jährigen Jubiläums der Espaces Louis Vuitton sowie des 10-jährigen Bestehens des Hors-les-murs-Programms präsentiert der Espace Louis Vuitton München eine Ausstellung zum Oeuvre des polnischen Künstlers Wilhelm Sasnal. Die Ausstellung findet im Rahmen des Hors-les-murs-Programms statt, dieses zeigt Werke aus den Beständen der Collection in den Espaces Louis Vuitton in Tokio, München, Venedig, Beijing, Seoul und Osaka. Das Programm verkörpert somit das erklärte Ziel der Fondation Louis Vuitton, durch die Realisierung international konzipierter Projekte ein breites Publikum in aller Welt zu erreichen.

Seit den 1990er Jahren hat Wilhelm Sasnal einen Werkkorpus geschaffen, der unser Verhältnis zu Bildern, Historie und Erinnerung hinterfragt. Seine künstlerische Praxis dreht sich zwar um das Malen, umfasst aber auch zeichnerische und filmische Arbeiten, stets mit einer stringenten Ökonomie der eingesetzten Mittel.

Zum Kern seines Ansatzes gehört eine stete Aufmerksamkeit für die Bilder, die den Alltag formen, seien es Pressebilder, private Szenen, Filmstills und gefundenes Material. Anstelle zu reproduzieren, transformiert er das Bild durch Vereinfachung, Zuschneiden und Fragmentieren in einen Zustand der Unbestimmtheit: Es ist sowohl erkennbar als auch teilweise zurückgenommen, wodurch ein Spannungsfeld zwischen Sichtbarem und Verborgenem entsteht. Malerei wird zu einem Raum der Neuanordnung, in dem Formen auftauchen, verschwinden und sich der Rahmen verengt oder öffnet. Jedes Werk macht das Angebot einer singulären Sichtweise und lädt den Betrachter dazu ein, eigene Assoziationen hineinzuprojizieren und die Unsicherheit als Teil der Wahrnehmung zu akzeptieren.

Charakteristisch für Sasnals Malerei ist ausgeprägte formale Freiheit. Der Maler bewegt sich von glatten Oberflächen zu spontanen Pinselstrichen. Porträts, Landschaften, Architekturen und Bruchstücke des Wirklichen bestehen nebeneinander ohne hierarchische Anordnung. Diese Wendigkeit ist kein stilistischer Effekt, sondern eine Methode, die Malweise ihrem jeweiligen Gegenstand anzupassen. Niemals illustrativ, trägt das Werk ein stilles Unbehagen in sich. Die scheinbar alltäglichen Szenen offenbaren geschichtliche, politische oder emotionale Abgründe. Die Geschichte – besonders die von Polen und vom Europa des 20. Jahrhunderts – tritt als diffuse, in die Sprache der Malerei selbst eingebettete Präsenz hervor.

Grey Eyes bringt Arbeiten aus den letzten beiden Jahrzehnten zusammen. Sie stammen aus der Collection sowie dem Atelier des Künstlers. Von Sasnal selbst zusammengestellt, setzt die Ausstellung intime Bilder in ein Spannungsverhältnis mit weiterreichenden Resonanzen. Das wiederkehrende Motiv des Auges lädt zum Nachdenken ein, was Sehen in der heutigen bildgesättigten Welt bedeutet.

Die weder vollständig opake noch transparente Farbe Grau wird zum Symbol der Ambiguität: Für vom Sehen ermüdete Augen, für abgewandte Blicke oder für Augen, die zwar offen, aber nicht des Sehens fähig sind. Daher stellt die Ausstellung eine simple Frage: Was bedeutet es heutzutage zu sehen? Sasnal bietet keine eindeutige Antwort. Sein Werk öffnet instabile Wahrnehmungsräume, in denen das Gezeigte und das dem Sehen Vorenthaltene gleichermaßen wichtig sind. Dies bekräftigt die Fähigkeit der Malerei Bedeutung zu generieren, ohne sie zu fixieren.
 
 

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